Haftvermittler und Haftbrücken schaffen den Verbund zwischen Untergrund und nachfolgender Schicht. Sie kommen vor allem in der Altbau- und Mauerwerkssanierung, bei Sanierputzsystemen und vor dem Verkleben auf schwierigen Untergründen zum Einsatz. Entscheidend für die Wahl ist nicht die Folgeschicht, sondern der Untergrund selbst.
Wann brauchen Sie eine Haftbrücke?
Poröse, mineralische Flächen verlangen eine mineralische Haftbrücke. Dichte Untergründe wie Metall, Kunststoff oder glasierte Fliesen erfordern einen Haftvermittler. Vor der Produktwahl sollten Sie vier Parameter prüfen: Saugverhalten des Untergrunds (porös oder nicht-porös), Folgesystem (Putz, Abdichtung oder Kleb- und Dichtstoff), Salz- und Feuchtebelastung des Mauerwerks sowie Wartezeiten und Verarbeitungstemperatur.
Typen von Haftbrücken
Bezüglich ihrer Zusammensetzung unterscheidet man vier Haupttypen: rein organische (zementfreie) Haftbrücken, organische Haftbrücken mit Zusatz von Zement, mineralische Haftbrücken dispersionsvergütet sowie Haftemulsionen beziehungsweise -dispersionen. Verwenden Sie die vom Hersteller für den jeweiligen Einsatzzweck vorgegebene Type, damit ein bestmöglicher Haftverbund zwischen dem jeweiligen Untergrund und der nachfolgenden Beschichtung erreicht werden kann.
Untergrundvorbereitung
Zunächst müssen Sie den Untergrund auf ausreichende Tragfähigkeit prüfen. Loseanhaftende Altschichten, Staub, Öl oder Trennmittel entfernen Sie mechanisch oder chemisch. Bei der Verarbeitung auf Betonfertigteilen beachten Sie, dass Schalöle die Haftung beeinträchtigen. Hier ist eine gründliche Reinigung oder ein spezieller Betonkontakt-Haftvermittler unerlässlich.
Typische Fehler vermeiden
Ein häufiger Fehler: Sie wählen die Haftbrücke nach der Folgeschicht statt nach dem Untergrund. Ein weiteres Problem ist unzureichende Untergrundvorbereitung. Selbst die beste Haftbrücke versagt, wenn der Untergrund verschmutzt, zu trocken oder zu feucht ist.
Bei Sanierputzsystemen
Bei Sanierputzsystemen und feuchtebelasteten Wänden ist die Haftbrücke ein systemrelevanter Bestandteil. Sie gewährleistet, dass Salze aus dem Mauerwerk nicht die Haftung zum Putz zerstören. Für diese Anwendungen gibt es speziell dispersionsvergütete Varianten, die auch bei erhöhter Feuchtebelastung greifen.



