ThyssenKrupp stützt seine strategische und operative Steuerung auf ein System aus vier zentralen Leistungsindikatoren: adjusted EBIT, Free Cash Flow before M&A, Net Income sowie thyssenkrupp Value Added (tkVA) und Return on Capital Employed (ROCE). Diese Kennzahlen bilden die Grundlage für Zielsetzungen und Performance-Messung.

Das adjusted EBIT ist die zentrale Größe für die Profitabilität. Es umfasst alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die der operativen Leistung zuzuordnen sind, einschließlich operativer Finanzposten wie Erträge und Aufwendungen aus langfristig gehaltenen Beteiligungen. Vom bereinigten EBIT ausgeschlossen sind die Aufwendungen und Erträge aus der ehemaligen Aufzugsparte (Elevator Technology), da diese keine strategische oder operative Verbindung zum laufenden Geschäft mehr aufweisen. Das bereinigte EBIT wird um Sondereffekte wie Restrukturierungsmaßnahmen, Wertminderungen oder Wertaufholungen, Veräußerungsgewinne oder -verluste sowie Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit CO₂-Termingeschäften des Segments Steel Europe korrigiert. Diese Bereinigung macht das adjusted EBIT geeigneter für Periodenvergleiche als das unkorrigierte EBIT.

Der Free Cash Flow before M&A ermöglicht eine liquiditätsorientierte Bewertung der Periodenleistung, indem er Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen misst. Er wird als operativer Cashflow abzüglich der Cashflows aus Investitionstätigkeit – exklusive Mittelzu- oder -abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen – ermittelt. Ab dem Geschäftsjahr 2025/2026 werden Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen (gemäß IFRS 16) nicht mehr als Investition im FCF before M&A erfasst. Künftig fließen die tatsächlichen Leasingzahlungen – bestehend aus Tilgungs- und Zinskomponente – in die Cashflow-Berechnung ein.

Der tkVA ist die in einem Berichtsjahr geschaffene Wertschöpfung. Dieser Indikator ermöglicht den Vergleich der finanziellen Leistungsfähigkeit von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität. Der tkVA wird aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten des im operativen Geschäft eingesetzten Kapitals berechnet. Das eingesetzte Kapital (Capital Employed) umfasst im Wesentlichen Anlagevermögen, Vorräte und Forderungen, abzüglich bestimmter unverzinslicher Verbindlichkeitspositionen wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Kapitalrendite (ROCE) wird als Verhältnis von EBIT zu Capital Employed berechnet. Übersteigt der ROCE die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), hat das Unternehmen Wert geschaffen.

Der Nettoertrag (Net Income) ist der vom Konzern im Geschäftsjahr erwirtschaftete Gewinn. Er wird als positiver Saldo aller Erträge und Aufwendungen berechnet. Im Gegensatz zum EBIT umfasst die Berechnung nicht operative Posten wie Zinsen und Steuern. Ein negativer Nettoertrag wird als Nettoverlust bezeichnet.