Mineralische Abdichtungsschlämme, auch als zementöse Abdichtungsmörtel oder Dichtschlämme bezeichnet, sind bauchemische Produkte auf Zementbasis, die zum dauerhaften Schutz von Beton und Mauerwerk gegen eindringendes Wasser eingesetzt werden. Sie bilden eine zentrale Produktgruppe innerhalb der Bauwerksabdichtung und werden vorrangig für erdberührte Bauteile, Sanitär- und Nassbereiche sowie Parkflächen verwendet.
Was sind mineralische Abdichtungsschlämme und wo werden sie eingesetzt?
Mineralische Abdichtungsschlämme gehören zu den Flächenabdichtungssystemen und werden in wasserundurchlässiger sowie wasserdichter Bauweise verarbeitet. Sika kategorisiert die Bauwerksabdichtung in mehrere Systemgruppen, zu denen neben zementösen Mörteln auch Betonverbundabdichtungen, Bitumenbahnen, Kunststoffdichtungsbahnen, Bitumendickbeschichtungen und Flüssigkunststoffe gehören.
Die verschiedenen Abdichtungssysteme weisen spezifische Vor- und Nachteile auf, die sich nach Einbausituation, Untergrund und Beanspruchung richten. Zementöse Systeme bieten den Vorteil der mineralischen Verbindung mit dem Untergrund und eignen sich besonders für Anwendungen unter Keramikbelägen.
Anwendungsbereiche im Überblick
- Erdberührte Bauteile wie Keller und Liftschächte
- Sanitär- und Nassbereiche mit konstanter Nässe und Temperaturschwankungen
- Terrassen und Balkone unter Fliesen- und Plattenbelägen
- Parkflächen, Garagen und Parkhäuser
- Flachdächer im Verbund mit weiteren Abdichtungslagen
Parkflächen müssen besonders hohen Belastungen standhalten. Fahrzeuggewicht, Streusalz, Schmieröle, Wasser, Frost und Hitze erfordern dauerhafte Abdichtungslösungen, die mechanisch widerstandsfähig und chemisch beständig sind.
Welche Hersteller bieten mineralische Abdichtungssysteme an?
Sika: Vollständige Systemlösungen für Bauwerksabdichtung
Sika teilt die Bauwerksabdichtung in Flächenabdichtung, Bauwerksfugen, Injektionen, Fugendichtmassen und Dachabdichtung auf. Bei Bauwerksfugen kommen Fugenbänder, Fugenbleche, geklebte Fugenbänder und Quellfugenbänder zum Einsatz. Zu den Injektionsmaterialien gehören Produktlinien wie Sika Injection, Intraplast und SikaMur.
PCI: Mineralische und polymere Systeme für Fliesen- und Bodenarbeiten
PCI bietet Bauwerksabdichtungssysteme mit Schwerpunkt auf Fliesen- und Naturwerksteinverlegung an. Das Portfolio umfasst Grundierungen, Abdichtungen, Haftbrücken, Ausgleichsmassen und Fugenmörtel. Ergänzt werden diese durch Produkte zum Dichten und Kleben auf Basis von Polyurethan, Acryl, Hybrid und Silikon.
Zu den Spezialprodukten zählen Glasfaserverstärkungen, Hartschaumträgerelemente sowie Entkopplungs- und Trittschalldämmungssysteme. Die Abdichtungs- und Klebesysteme decken zudem die Parkettverlegung und Bodenbelagsverlegung ab. Hierzu gehören Vorstriche, Bodenausgleichsmassen, Belagskleber und Parkettkleber mit zugehörigen Zusatzprodukten. Im Garten- und Landschaftsbau ergänzen spezifische Abdichtungslösungen das Sortiment.
Büsscher Hoffmann: Bitumenbasierte Abdichtungsbahnen aus heimischer Produktion
Büsscher Hoffmann ist österreichischer Marktführer bei Dach- und Abdichtungsbahnen und produziert am Stammwerk in Enns in Oberösterreich jährlich über 17 Millionen Quadratmeter Abdichtungsbahnen. Das Unternehmen gehört zur Kwizda Unternehmensgruppe und beschäftigt 179 Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasst Bitumen- und Polymerbitumenbahnen, die auf topmodernen Anlagen hergestellt werden.
Der Naturbaustoff Bitumen bietet lange Lebensdauer und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Polymerbitumenbahnen enthalten keine wasserbelastenden Stoffe und können zur Auskleidung von Trinkwasserbehältern verwendet werden. Büsscher Hoffmann exportiert in 38 Länder und betreibt ein flächendeckendes Lagernetz von insgesamt 16 Standorten in Österreich sowie in Mittel- und Osteuropa. Knapp die Hälfte des Umsatzes wird in den CEE-Ländern erzielt, wo lokale Tochtergesellschaften in Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Kroatien und Serbien tätig sind.
Normative Rahmenbedingungen und CE-Kennzeichnung
Die ÖNORM B 3692 bildet die zentrale Richtlinie für Bauwerksabdichtung in Österreich. Sie definiert Anforderungen an Abdichtungssysteme und deren Ausführung. Hersteller wie Sika verweisen auf diese Norm als Grundlage ihrer Produktentwicklung und Systemzulassungen. Die Bauprodukteverordnung regelt darüber hinaus die CE-Kennzeichnung von Abdichtungsprodukten.
Mineralische Abdichtungsschlämme müssen ihre Leistungseigenschaften durch Prüfzeugnisse nachweisen, die u. a. Wasserdichtheit, Haftfestigkeit auf dem Untergrund und Rissüberbrückungsvermögen dokumentieren. Die korrekte Systemauswahl und fachgerechte Verarbeitung sind entscheidend für die Dauerhaftigkeit der Abdichtung.



