Verbundanker gehören zur Kategorie der Schwerlastdübel. Sie unterscheiden sich grundlegend von mechanischen Befestigungen wie Standard-Spreizdübeln. Während ein Spreizdübel durch Kraftschluss zwischen aufgespreiztem Kunststoff und umgebendem Material wirkt, erzeugt ein Verbundanker über eingeklebte Reaktionsharze einen flächigen Verbund.

Der Ankerstab wird ins Bohrloch eingesetzt, nachdem dieses mit einem Reaktionsharzmörtel gefüllt wurde. Nach Aushärtung entsteht eine kraftschlüssige Verbindung, die hohe Zug- und Querkräfte übertragen kann.

Verbundanker vs. mechanische Dübel: Während Metallspreizdübel durch Spreizwirkung im Bohrloch wirken und bei Überlast zum Ausbruch des Betons führen können, verteilen Verbundanker die Last über die gesamte Ankerlänge. Dies ermöglicht höhere Lasten bei geringeren Randabständen. Besonders in altem, bereits belasteten Beton mit unbekannten Bewehrungslagen ist dies ein Vorteil.

Schraubdübel (Betonschrauben) bieten schnelle Montage, können aber bei dynamischen Lasten oder in gerissenem Beton problematisch sein. Verbundanker benötigen Aushärtezeiten von Stunden bis Tagen, bieten dafür aber höhere Sicherheit bei Dauerlasten und Schwingbeanspruchung.

In der Praxis werden Reaktionsharzmörtel vor allem für Ankerbolzen in Beton und Vollmauerwerk eingesetzt. Das Bohrloch wird mit einem Hartmetallschneiden-Bohrer (Betonbohrer) gesetzt, gründlich gereinigt und dann mit dem Mörtel gefüllt. Nach Einsetzen des Ankers beginnt die chemische Reaktion.

Die Auswahl des geeigneten Verankerungssystems hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind der Zustand und Baustoff des Untergrunds. Bei Hohlräumen sind spezielle Hohlraumdübel erforderlich. Die Tiefe des Untergrunds ist ebenfalls kritisch. Zudem müssen die Kräfte, die der Dübel aufnehmen muss, präzise ermittelt werden.