Trennmittel verhindern die mechanische oder chemische Verbindung zwischen Betonoberfläche und Schalungshaut und ermöglichen ein schadenfreies Entschalen. Da der frische Beton vor allem Kontakt mit dem Trennmittelfilm und nur indirekt mit der Schalungshaut hat, beeinflusst die Wahl des Trennmittels erheblich das Aussehen der späteren Betonfläche. Besonders bei Sichtbeton wirkt das Trennmittel auf Porigkeit, Farbton und Oberflächenbeschaffenheit. DIN EN 13670 fordert, dass Trennmittel den Beton, Betonstahl, Spannstahl oder die Schalung nicht schädigen und keine unbeabsichtigten Auswirkungen auf Farbe, Oberflächenbeschaffenheit oder nachträglich aufgebrachte Beschichtungen haben dürfen.

Welche chemischen Trennmitteltypen gibt es?

Der Markt bietet drei Hauptgruppen mit unterschiedlichen Viskositäten, Verarbeitungseigenschaften und Umweltverträglichkeit:

  • Lösemittelhaltige Trennmittel: Niedrige Viskosität erlaubt feine Vernebelung und dünnen Auftrag. Nachteile liegen in Arbeitshygiene und Umweltverträglichkeit.
  • Lösemittelfreie Trennmittel: Höhere Viskosität, Überschuss muss durch Abziehen entfernt werden. Meist schnell biologisch abbaubar. Chemische Reaktionen können Abmehlen und Hydrophobierung der Betonoberfläche bewirken, bei längerer Sonneneinstrahlung kann Verharzen auftreten.
  • Wässrige Trennmittelemulsionen: Niedrige Viskosität ermöglicht feine Vernebelung und dünnen Auftrag, der allerdings durch Regen lückenhaft werden kann. Gute biologische Abbaubarkeit, frostfreie Lagerung erforderlich.

Daneben existieren Formulierungen auf Basis von Ölen, Mineralölen, Wachsen und Lacken. Die Trennmittel müssen auf die Schalungsart abgestimmt werden.

Wie beeinflusst der Trennmittelauftrag die Sichtbetonqualität?

Die Qualität der Betonoberfläche entsteht überwiegend in der Erstarrungs- und Erhärtungsphase des Betons, in der der Trennmittelfilm die Grenzfläche zwischen Frischbeton und Schalhaut bildet. Unsachgemäßes Auftragen führt zu Fleckenbildung und unterschiedlichen Grautönen auf Sichtbetonflächen. Wird zu viel Trennmittel aufgetragen, können ungleiche Schichtdicken unterschiedliche Trennwirkungen erzeugen, die zu farblichen und strukturellen Unregelmäßigkeiten führen. Überdosierung kann die Hydratation des Frischbetons beeinträchtigen, was Absandungen oder Bereiche mit erhöhter Porigkeit zur Folge hat. Zudem lagern sich vermehrt Schmutz und Pollen ab.

Mechanisches Auftragen mit Polierscheiben oder Hochdrucksprühgeräten verringert die Gefahr der Abzeichnung von Wischspuren deutlich. Das Sprühverfahren gilt als das wirtschaftlichste. Der Hersteller PERI setzt Hochdrucksprühgeräte für gleichmäßige Trennmittelschichten ein.

Was ist bei der Verarbeitung zu beachten?

Der Trennmittelauftrag muss möglichst gering und gleichmäßig auf trockenen Oberflächen erfolgen. Die Schalungshautoberflächentemperatur darf im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu heiß sein. Oberflächenverhältnisse aller Schalhautelemente eines Betonierabschnitts sollten annähernd gleich sein. Witterungseinflüsse wie Regen, Temperatur und Sonneneinstrahlung beeinflussen das Ergebnis. Nach dem Trennmittelauftrag ist die Schalhaut vor Verschmutzungen zu schützen, da beim Montieren der Schalung Schmutzpartikel in die Trennmittelschicht gelangen können.

Schalungshaut mit Oberflächenbeschichtung kann im ersten und zweiten Einsatz ohne Betontrennmittel verwendet werden. Der Zusammenhang zwischen Porosität und Betoneigenschaften zeigt, wie Oberflächenbehandlungen auf Dauerhaftigkeit wirken.

Wie testet man Trennmittel für Sichtbeton?

Für Sichtbeton wird empfohlen, die Kombination Trennmittel, Schalungshaut und Beton auf der Baustelle unter gegebenen Baustellenbedingungen an untergeordneten Bauteilen oder an Erprobungsflächen zu testen. Damit lässt sich die Tauglichkeit eines Trennmittels für spezifische Anforderungen an die Betonoberfläche beurteilen. Neben der leichteren Entformbarkeit besitzt das Trennmittel wesentlichen Einfluss auf die Porigkeit der Betonoberfläche.

Welche Schutzfunktion erfüllen Trennmittel?

Neben der Vermeidung von Haftung dienen Trennmittel zum Schutz der Schalung gegen Beschädigung und Witterung. Die Schalung kann dadurch mehrfach verwendet werden, was Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung fördert. Trennmittel fördern zudem das Entlüften des Betons. Wichtig ist, dass kein Trennmittel an die Bewehrung gelangt, damit der Verbund zwischen Beton und Bewehrung nicht beeinträchtigt wird.

Die BASF Construction Chemicals entwickelt Trennmittelsysteme für unterschiedliche Schalungstypen und Betonqualitäten. Sorgfältiges Arbeiten bleibt für hochwertige Sichtbetonflächen Voraussetzung – die chemische Zusammensetzung allein genügt nicht.