Der Augsburger Bauchemiehersteller PCI Augsburg hat sein Sortiment im Bereich Garten- und Landschaftsbau um einen Pflasterfugenmörtel ergänzt. Die Positionierung erfolgt in einem Marktsegment, das seit Jahren zweistellige Zuwachsraten verzeichnet – getrieben durch den Boom privater Gartengestaltung und die wachsende Nachfrage nach dauerhaften, pflegeleichten Außenanlagen. Für Sie als Verarbeiter stellt sich die Frage: Was leistet das neue Produkt, und wie schlägt es sich gegen etablierte Systeme von Rompox, Sopro oder Uzin?
Warum Pflasterfugenmörtel im Fokus steht
Pflasterfugenmörtel gehören zur Schnittstelle von Bauchemie und Freiraumgestaltung. Anders als klassischer Fugensand oder gebundene Zementmörtel müssen sie widersprüchliche Anforderungen erfüllen: hohe Wasserdurchlässigkeit bei gleichzeitig mechanischer Festigkeit, Frostbeständigkeit, UV-Stabilität und Unkrauthemmung. Der Markt ist stark fragmentiert – von preisgünstigen 1-Komponenten-Systemen bis zu hochfesten, kunstharzgebundenen Spezialprodukten für Verkehrsflächen. PCI positioniert sich hier als Komplettanbieter, der neben Fliesenverlegesystemen und Abdichtungen nun auch Lösungen für den Außenbereich liefert.
Die strategische Bedeutung liegt auf der Hand: Private Bauherren sanieren zunehmend Terrassen, Einfahrten und Gartenwege. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Entwässerung und Regenwassermanagement – ein Treiber für durchlässige Fugensysteme, die Versickerung ermöglichen und dennoch mechanisch belastbar bleiben. In diesem Kontext ist ein breit aufgestelltes Produktportfolio für Baustoffhändler und ausführende Betriebe ein Verkaufsargument.
Technische Anforderungen an moderne Pflasterfugenmörtel
Sie kennen das Problem: Fugensand wird ausgewaschen, Unkraut sprießt, Pflastersteine verschieben sich. Ein professioneller Fugenmörtel muss deshalb folgende Kriterien erfüllen:
- Wasserdurchlässigkeit: Mindestens 10.000 l/(m²·h), um Niederschlagswasser schnell abzuleiten und Oberflächenstau zu vermeiden.
- Druckfestigkeit: Ab 15 N/mm² für private Flächen, ab 25 N/mm² für befahrbare Bereiche.
- Frostbeständigkeit: Stabile Materialstruktur bei Frost-Tau-Wechsel, um Abplatzungen zu verhindern.
- Unkrauthemmung: Entweder durch alkalische Mörtelmatrix oder Zusatz von Hemmstoffen.
- Verarbeitungsfreundlichkeit: Einfache Einbringung per Gummiabzieher oder Einschlämmen, keine speziellen Geräte erforderlich.
Die Herausforderung liegt in der Balance: Zu hohe Festigkeit führt zu Sprödigkeit, zu geringe Festigkeit zu mechanischem Versagen. Kunstharzgebundene Systeme bieten hier Vorteile gegenüber rein zementösen Mörteln, sind jedoch teurer und anspruchsvoller in der Verarbeitung. PCI setzt nach eigenen Angaben auf ein mineralisch-organisches Hybridsystem, das beide Welten verbindet.
Verarbeitungspraxis: Worauf Sie achten müssen
Unabhängig vom Hersteller gilt: Die Qualität der Fuge steht und fällt mit der Vorbereitung. Der Untergrund muss tragfähig, ausreichend verdichtet und abgerüttelt sein. Die Fugenbreite sollte zwischen 3 und 10 mm liegen – zu schmale Fugen lassen sich nicht vollflächig füllen, zu breite neigen zu Rissbildung. Achten Sie auf die Fugen-Tiefe: Mindestens 30 mm sind erforderlich, damit der Mörtel ausreichend verzahnt.
Die Verarbeitung erfolgt meist in zwei Schritten:
- Einschlämmen: Mörtel mit Wasser anmischen, auf die Fläche aufbringen und mit einem Gummiabzieher diagonal zur Fuge in die Zwischenräume einarbeiten.
- Überschuss entfernen: Nach Ansteifen die Oberfläche mit klarem Wasser und Schwammbrett abwaschen, bevor der Mörtel vollständig aushärtet.
Kritisch ist die Temperatur: Unterhalb von 5 °C und oberhalb von 25 °C steigt das Risiko für Verarbeitungsfehler. Bei Hitze trocknet der Mörtel zu schnell an, bei Kälte verzögert sich die Erhärtung. Planen Sie deshalb Ihre Baustelle entsprechend und schützen Sie frisch verfugte Flächen vor direkter Sonneneinstrahlung oder Frost.
PCI im Wettbewerbsumfeld: Sopro, Rompox, Uzin
PCI tritt in einen umkämpften Markt ein. Rompox (PCI-Gruppe) gilt als Premiummarke für kunstharzgebundene Fugenmörtel und bedient vor allem hochbelastete Verkehrsflächen. Sopro (ebenfalls zur PCI-Gruppe gehörig) bietet seit Jahren mineralische und hybride Systeme für den privaten und gewerblichen GaLaBau. Uzin positioniert sich im mittleren Preissegment mit Fokus auf schnelle Verarbeitbarkeit.
Die Frage ist: Welche Nische besetzt das neue PCI-Produkt? Wenn es sich um eine Neupositionierung innerhalb der Gruppe handelt, könnte das Ziel sein, die Marke PCI als Gesamtanbieter für Bauchemie zu etablieren – vom Fliesensystem über Bauwerksabdichtung bis hin zum Außenbereich. Für Sie als Verarbeiter bedeutet das: Ein Ansprechpartner für mehrere Gewerke, einheitliche Logistik, möglicherweise Mengenrabatte bei Sammelbestellungen.
Im Vergleich zu Wettbewerbern ist entscheidend, wie sich das Produkt in puncto Materialverbrauch und Wirtschaftlichkeit schlägt. Ein typischer Pflasterfugenmörtel verbraucht zwischen 1,5 und 3 kg/m² bei 5 mm Fugenbreite und 40 mm Tiefe. Liegt der PCI-Mörtel am oberen Ende, steigen die Materialkosten; am unteren Ende kann das auf geringere Festigkeit hindeuten. Prüfen Sie deshalb die technischen Datenblätter und führen Sie eigene Verbrauchstests durch.
Markttrend: Nachhaltigkeit und Versickerung
Ein wachsender Faktor im GaLaBau ist die Nachhaltigkeit. Kommunen schreiben zunehmend wasserdurchlässige Beläge vor, um Versiegelungsflächen zu minimieren und Entwässerungssysteme zu entlasten. Hier punkten moderne Pflasterfugenmörtel gegenüber klassischen, dichten Verfugungen. Achten Sie darauf, ob der Mörtel eine bauaufsichtliche Zulassung für versickerungsfähige Systeme besitzt – das ist Voraussetzung für öffentliche Aufträge und förderfähige Projekte.
Auch der Aspekt Reparaturfreundlichkeit gewinnt an Bedeutung. Wenn Pflastersteine nach Jahren ausgetauscht werden müssen, lassen sich kunstharzgebundene Fugen oft nur mechanisch entfernen – ein zeitaufwendiger Prozess. Mineralische oder hybride Systeme bieten hier Vorteile, da sie sich einfacher ausbohren oder ausfräsen lassen. Fragen Sie beim Hersteller nach, wie sich das Produkt im Fall einer Sanierung verhält.
Praxis-Take-away: Was Sie bei der Produktwahl beachten sollten
Die Erweiterung des PCI-Sortiments um einen Pflasterfugenmörtel ist ein logischer Schritt in einem wachsenden Marktsegment. Für Ihre Entscheidung auf der Baustelle sind folgende Punkte relevant:
- Belastungsklasse: Private Terrasse oder befahrbare Einfahrt? Wählen Sie die Druckfestigkeit entsprechend.
- Wasserdurchlässigkeit: Prüfen Sie die Herstellerangaben – 10.000 l/(m²·h) sind Minimum für versickerungsfähige Systeme.
- Verarbeitungstemperatur: Planen Sie Ihre Baustelle im Frühjahr oder Herbst, um Extremtemperaturen zu vermeiden.
- Materialverbrauch: Rechnen Sie die Kosten pro m² durch – günstige Einkaufspreise können durch hohen Verbrauch zunichte gemacht werden.
- Reparaturfreundlichkeit: Fragen Sie nach, wie sich das System im Fall einer späteren Sanierung verhält.
PCI positioniert sich mit dem neuen Produkt als Komplettanbieter, der neben Ausgleichsmassen und Dicht- und Klebstoffen nun auch den Außenbereich abdeckt. Ob sich das Produkt gegen etablierte Wettbewerber durchsetzt, entscheiden am Ende Sie: auf der Baustelle, bei der Verarbeitung, im direkten Vergleich von Qualität und Wirtschaftlichkeit.