Die Rudolf Klaghofer GmbH aus Wien hat am 19. August 2026 einen praxisorientierten Leitfaden zur Verlegung von Naturstein-Polygonalplatten und dem Bau von Natursteinmauern veröffentlicht. Das Dokument richtet sich an Verarbeiter im Außenbereich und behandelt drei zentrale Anwendungen: die gebundene Verlegung von Polygonalplatten auf Terrassen und Gartenwegen, den Bau gemörtelter Natursteinmauern sowie die Errichtung klassischer Trockenmauern ohne Mörtel. Der Leitfaden betont ausdrücklich, dass es sich um eine „allgemeine und unverbindliche Empfehlung" handelt, die keine fachgerechte Planung ersetzt. Bodenverhältnisse, Frosttiefe, Entwässerung, Gefälle, Belastung, Mauerhöhe, Fundamentierung und statische Erfordernisse müssten stets objektbezogen beurteilt werden.
Frostsicherer Unterbau und Entwässerung als kritische Faktoren
Klaghofer hebt die Bedeutung eines tragfähigen und frostsicheren Unterbaus hervor. Nicht tragfähiger Humus und lockere Erde müssen entfernt werden, bevor ein Frostkoffer oder eine Tragschicht hergestellt wird. Als geeignetes Material für diese Schicht wird Grädermaterial genannt, das lagenweise eingebracht und verdichtet werden muss. Die erforderliche Stärke des Unterbaus lässt sich laut Leitfaden nicht pauschal angeben, sondern hängt von Bodenverhältnissen, Frostbeanspruchung, Verlegesystem und späterer Belastung ab. Für Konstruktionen mit Betonuntergrund bietet Klaghofer den Cemix Trockenbeton TB33 C25/30 an, einen Fertigbeton für Betonierarbeiten im Haus- und Gartenbereich.
Ein zentraler Aspekt der Verlegeanleitung ist die dauerhafte Wasserableitung. Bei Terrassen im Außenbereich ist ein ausreichendes Gefälle erforderlich, damit Niederschlagswasser kontrolliert von Gebäuden und anderen empfindlichen Bauteilen weggeführt wird. Türanschlüsse, Fassadenanschlüsse, Entwässerungsrinnen, Stufen und angrenzende Flächen sollten bereits bei der Höhenplanung berücksichtigt werden.
Gebundene Verlegung mit Trassdrainmörtel und Trassklebemörtel
Für die gebundene Verlegung von Polygonalplatten empfiehlt Klaghofer den Einsatz von Cemix Trassdrainmörtel VD20, einem wasserdurchlässigen, trasshaltigen Verlegemörtel für Naturstein im Außenbereich. Der VD20 wird abschnittsweise eingebracht, wobei sichergestellt werden muss, dass Wasser dauerhaft aus der Konstruktion abgeführt werden kann. Für eine gute Verbindung zwischen Naturstein und Mörtelbett kann auf der Unterseite der Polygonalplatte eine Kontaktschicht mit Cemix Trassklebemörtel Flex VK27 hergestellt werden. Der VK27 enthält Trass zur Verminderung der Ausblühneigung und ist für die Verklebung von Natur- und Kunststeinen vorgesehen.
Die vorbereitete Platte wird in das frische Mörtelbett gesetzt und vorsichtig auf die gewünschte Höhe gebracht, wozu beispielsweise ein Gummihammer verwendet werden kann. Während der Verlegung müssen laufend Höhenlage, Gefälle, Fugenbild, Auflage und Anschlusshöhen kontrolliert werden. Nach ausreichender Erhärtung erfolgt die Verfugung mit Cemix Trassfugenmörtel VF202, der für die Verfugung von Pflastersteinen und Platten im Innen- und Außenbereich vorgesehen ist.
Häufige Fehlerquellen bei der Natursteinverlegung
Der Leitfaden listet typische Fehlerquellen auf, die bei der Verlegung von Polygonalplatten auftreten können:
- Unzureichend verdichteter Untergrund
- Nicht ausreichend tragfähiger oder frostsicherer Aufbau
- Fehlendes oder ungeeignetes Gefälle
- Stehendes Wasser innerhalb der Konstruktion
- Hohlräume unter den Natursteinplatten
- Mangelhafte Verbindung zwischen Natursteinplatte und Mörtelbett
- Zu frühe Belastung der frisch verlegten Fläche
- Eingetrocknete Mörtel- oder Fugenmörtelreste auf der Steinoberfläche
Besonders im Außenbereich ist laut Klaghofer eine dauerhaft funktionierende Wasserableitung entscheidend. Beim Cemix Trassdrainmörtel VD20 sei auf eine geeignete Ableitung des Sickerwassers beziehungsweise einen entsprechenden Untergrund zu achten. Mörtelreste sollten während der Verarbeitung laufend von der Natursteinoberfläche entfernt werden und nicht auf der Steinoberfläche antrocknen.
Natursteinmauern mit Mörtel: Fundament und Drainage
Für den Bau gemauerter Natursteinmauern – etwa als Gartenmauer, Grundstückseinfassung oder Hochbeet-Einfassung – führt Klaghofer österreichische Natur-Mauersteine in braun und silber-grau. Auch hier bildet ein fachgerechtes Fundament die Grundlage. Neben Grädermaterial für Frostschutz und Unterbau kommt der Cemix Trockenbeton TB33 für Fundamente zum Einsatz, während für die Mörtelverlegung ebenfalls der Cemix Trassdrainmörtel VD20 empfohlen wird. Für Drainage und Hinterfüllung, sofern erforderlich, bietet Klaghofer Felsbruch beige in der Körnung 16–32 mm an.
Der Leitfaden weist darauf hin, dass vorhandene Bewegungs-, Trenn- und Anschlussfugen nicht einfach starr mit Fugenmörtel verschlossen werden dürfen, sondern entsprechend dem jeweiligen Aufbau fachgerecht zu übernehmen sind. Diese Anforderung ist besonders relevant für dauerhafte Konstruktionen im Außenbereich, bei denen thermische Bewegungen und Setzungen zu erwarten sind.
Vorsortierung und Fugenbild bei Polygonalplatten
Vor Beginn der Verlegearbeiten empfiehlt Klaghofer, zumindest einen Teil der Polygonalplatten zunächst trocken auf der Fläche auszulegen. Große Platten können für wichtige Sichtbereiche und Randbereiche verwendet und anschließend mit kleineren Steinen ergänzt werden. Bei der Anordnung sollte darauf geachtet werden, extrem breite einzelne Fugen möglichst zu vermeiden, keine auffälligen durchgehenden Kreuzfugen entstehen zu lassen, große und kleine Platten optisch ausgewogen zu verteilen und genügend Platz für eine fachgerechte Verfugung vorzusehen. Durch diese trockene Vorauslegung lässt sich bereits vor der eigentlichen Verlegung ein harmonisches Gesamtbild herstellen.
Das Material für die Polygonalplatten stammt aus österreichischen Vorkommen: Klaghofer bietet Naturstein-Polygonalplatten in braun aus österreichischem Granulit sowie silber-graue Varianten aus österreichischem Hartgneis an. Die naturgemäß unterschiedlichen Formen und Stärken der Platten erfordern laut Leitfaden bei der Verlegung etwas mehr Zeit und Sorgfalt als regelmäßig formatierte Terrassenplatten, ermöglichen aber ein individuelles Erscheinungsbild.
Der Leitfaden schließt mit dem Hinweis, dass die Rudolf Klaghofer GmbH keine Gewähr für die konkrete Ausführung, das Gelingen der Arbeiten oder Schäden infolge einer nicht fachgerechten Planung oder Verarbeitung übernimmt. Eine Haftung bestehe nur im Rahmen der zwingenden gesetzlichen Bestimmungen. Die jeweils gültigen technischen Datenblätter, Verarbeitungsvorschriften der Hersteller sowie geltende Normen und behördliche Vorgaben seien einzuhalten – eine Anforderung, die auch für andere Bauchemie-Produkte und mineralische Baustoffe Gültigkeit besitzt.
