Eine Nominierung, die das Potenzial chemiebasierter Innovationen für die Baustoffindustrie unterstreicht: Der Werkstoffkonzern Covestro aus Leverkusen wurde für den Deutschen Zukunftspreis 2024 nominiert. Die Auszeichnung des Bundespräsidenten würdigt herausragende technische und wissenschaftliche Entwicklungen, die sowohl gesellschaftliche Relevanz besitzen als auch marktfähig sind. Für die Bauchemie und angrenzende Sektoren signalisiert die Nominierung den steigenden Stellenwert polymerer Werkstoffe in der Dekarbonisierung und Materialtransformation.
Covestro ist ein global führender Hersteller von Hochleistungspolymeren, die unter anderem in Dämmstoffen, Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) und Beschichtungen eingesetzt werden. Produkte auf Basis von Polyurethan (PUR) und Polyisocyanurat (PIR) sind in der Gebäudeisolierung nach GEG-Standards etabliert und tragen erheblich zur Reduktion von Wärmeverlusten bei. Die konkrete Technologie, die Covestro ins Rennen um den Zukunftspreis bringt, wird in der vorliegenden Meldung nicht spezifiziert, doch das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrere Entwicklungen vorangetrieben, die auf biobasierten Rohstoffen, CO₂-reduzierten Vorprodukten und Kreislaufwirtschaftsansätzen beruhen.
Für Planer und Materialverantwortliche im Hochbau ist die Weiterentwicklung von PIR/PUR-basierten Isoliermaterialien von direkter Bedeutung. Diese Werkstoffe erreichen Lambda-Werte (λ) im Bereich von 0,020–0,025 W/(m·K) und ermöglichen somit schlanke Konstruktionen bei hoher Dämmleistung. Zudem arbeitet die Branche an der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks von Polyolen und Isocyanaten, die als Hauptkomponenten in die Schaumherstellung eingehen. Die Nominierung könnte ein Indikator dafür sein, dass Covestro hier einen messbaren Durchbruch erzielt hat – etwa durch den Einsatz von CO₂ als Rohstoff oder durch recycelbare Polymerstrukturen, die den Anforderungen an zirkuläres Bauen entsprechen.
Im Kontext der Baustoffbranche steht Covestro in direkter Verbindung zu Herstellern wie BASF Construction Chemicals, die ebenfalls polymere Baustoffe und Additive entwickeln, sowie zu Dämmstoffproduzenten wie ROCKWOOL oder ISOVER, die alternative Materialsysteme vertreten. Die Auszeichnung wird im Herbst vergeben; unabhängig vom Ausgang unterstreicht die Nominierung die strategische Rolle der Chemiewirtschaft in der nachhaltigen Transformation des Bausektors.